Ich fände es schön, wenn die AKs noch mehr von ihrer inhaltlichen Arbeit hier transparent machen könnten.
Die Leute, die die letzte Woche durchgearbeitet haben, haben definitiv eine Pause verdient und die gönne ich ihnen auch. Trotzdem fände ich es total wichtig, dass wir ganz klar zeigen, welche Arbeit von uns schon gemacht wurde!
Vielleicht kann man auf dieser Seite hier, die vom Plenum abgestimmten Ergebnisse vorstellen und für den work-in-progress auf das wiki http://wiki.ernst-bloch-uni.de/wiki/Kupferbau verweisen.
Wie geht es jetzt weiter? Es muss noch viel Werbung gemacht werden für die Veranstaltung am Dienstag um 16 Uhr vor der Neuen Aula -> Plakate drucken, Schulen +Unigebäude, Wohnheime und andere Orte plakatieren
Also zum einen muss ich sagen, dass die Protokolle ein Armutszeugnis für die Bildung sind. Zumindest für die des Protokollanten. Da wimmelt es von Schreibfehlern, die die meisten Grundschüler nicht gemacht hätten: “persöhnlich” und “Vorderungen” sind nur zwei krasse Beispiele.
Zum anderen weiß ich immer noch nicht, ob so eine Besetzung und eine “Offline”-Demonstration heutzutage noch geeignete Mittel sind, seine Meinung in die Öffentlichkeit zu tragen. Leider ist mir bis jetzt nichts Besseres eingefallen. Aber ich denke schon die ganze Zeit darüber nach.
Seid gegrüßt!
Es geht nicht darum , in welche Medien es man geschafft hat oder nicht ( Boris Palmer, ein ehemaliger Student der Uni sollte abschreckendes Beispiel sein), es geht um die Sache, um das Anliegen – und ob es ernst gemeint ist, oder nur ein Spaßhappening.
Nehmt euch die Grußadresse aus Wien zu Herzen ( Twitter) die besagt: ” Dann besetzt den Hörsaal doch einfach wieder”.
Ja warum nicht ? Und wenn die Bullen 20 mal räumen – das schafft Aufmerksamkeit.
Was heute wichtig in den Medien war ist nicht, dass Tübingen im Fernsehn war, sondern dass immer mehr Unis besetzt werden (gesern 18, heute 23)- auch in Würzburg.
Das sollte doch Ansporn sein!
Solidarische Grüße von nem Ex-Studi
P.S.: Die Aktion 06 auf dem Schloß war zwar o.k., eure heute im Kupferbau war besser!
Wenn man die 3 Eingänge besetzt, wäre ein großer Teil der regulären Uni besser lahmgelegt, als nur ein Hörsaal!
Heißt das etwa, wir müssen Herrn Bernd E. dankbar für die Veranlassung der Räumung sein?
Ohne die hätte es die ganze Aktion nämlich nie und nimmer in die Tagesschau geschafft. (Da bin ich ziemlich sicher.)
Das Verhalten einiger Studenten gestern im Plenum (vor Allem der Wortführer) gegenüber Rektor Engler war einfach peinlich. Viele, die erstmals im Plenum waren, sahen es genauso. Der Rektor war souverän und seine Argumentation war schlüssig.
Wieso mit einem unzuverlässigen Verhandlungspartner, der täglich seine Meinung ändern kann, verhandeln?
Seine Argumentation war alles andere als schlüssig, mein lieber Markus. Sie mag RHETORISCH wirksam gewesen sein, weshalb du auch zweifelsohne zu dem Schluss gekommen bist, sie sei schlüssig, aber auf eine mindestens vier mal konkret formulierte Frage nicht zu antworten, falsche Zahlen in den Raum zu werfen(7 ausgefallene Vorlesungen, einfach lächerlich)und sich ständig in Zirkelschlüssen zu verlieren, erachte ich als Philosophiestudent nicht als schlüssig. Die Behauptung der Unverbindlichkeit war ein Scheinargument. Eine von 500 Leuten im PLenum entschiedene Entscheidung könnte nur THEORETISCH revidiert werden, praktisch ist das so gut wie unmöglich. Im Übrigen ist das im PLenum auch noch nie vorgekommen.
Ich fand das mit Herrn Engler respektvoll und ordentlich umgegangen wurde. Jeder, der Herrn Engler schon mal länger zuhören musste, weiß, dass er sehr ungerne auf gestellte Fragen antwortet und sich mit diversen rhetorischen Kniffen die Sympathie der Zuhörer sichert.
Deswegen ist es sehr schwierig mit Herrn Engler zu reden. Man muss dazu sagen, dass Herr Engler meiner Meinung nach nicht an einem wirklichen Gespräch interessiert war. Sonst hätte er eine Abstimmung akzeptiert die Aufgrund der Größe des Plenums definitiv eine gewisse Bindung gehabt hätte.
Warum man mit einer Gruppe von Menschen verhandeln soll? Weil wir in einer Demokratie leben! Und nur weil die Studentierenden nicht so hierarchisch organisiert sind, wie zur Zeit die Universitätsleitung, heißt das nicht, dass man nicht mit diesem Verhandlungspartner verhandeln kann. Wir Studierende sind Teil dieser Universität und ich bin der Meinung, dass man mit uns Reden soll, insbesondere wenn man zur Universitätsleitung gehört. Dass aber 500 Leute (anwesende Studierende) etwas anderes sind als 5 Leute (Fakultätsvorstand, ca.), sollte allen klar sein. Was das für Entscheidungen bedeutet, überlasse ich der Phantasie des Lesers.
Gruß derNarr
p. s. einige Mögen bei 500 Leuten ein Paradoxon sehen, andere vielleicht eine Herausforderung.
p. p. s. Konkrete Antwort auf die Frage von Markus:
Der Rektor und das Rektorat sollte ernsthaft mit uns verhandeln, weil wir Studierende dieser Universität sind! Gestern waren ca. 8% der Tübinger Studierenden im HS25 um mit dem Rektor ernsthaft zu reden und er wollte nicht. Schade!
p. p. p. s. Die Ernsthaftigkeit der anwesenden Studierenden konnte man meines Erachtens gut an der Diszipliniertheit und Ruhe in den ersten zwei Stunden des Plenums ablesen!
Laut Wikipedia hat die Uni Tübingen mehr als 23.000 Studenten. Wie kommst du da auf 8%?
Das Verhalten von den “Wortführern”, die, trotz zahlreicher Meldungen, überproportional oft zu Wort kamen gegenüber Engler war lächerlich. Mit Sticheleien und Quatsch (Komasaufen?) wollte man gar keinen Dialog, sondern den Rektor nur herausfordern.
Ich fands klasse, wie Engler diese ganzen Spielchen mitgespielt hat und geduldig seine Argumente wiederholt hat. Wieso sollte er auf eine Frage verbindlich antworten, wenn die Studenten täglich ihre Entscheidungen korrigieren könnten. Etwas mehr Toleranz von Seiten des Plenums wäre da nötig gewesen.
Das Plenum hat nur folgendes gezeigt: Basisdemokratie funktioniert nicht, nichtmal bei einem Hörsaal voller “Gleichgesinnter”.
Es sind natürlich 2,2 bis 2,4 %. (Ich kann nicht rechnen ^^
)
Ich gebe dir Recht, dass die Gesprächsleitung nicht optimal war, sie war aber gut und besser als bei einigen Veranstaltungen die die Universität einberuft. Ich persönlich empfand auch einige Kommentare von Studierenden scheiße.
Das Verhalten von Herrn Engler habe ich allerdings auch als wenig zielführend empfunden. Vor allem am Anfang, wo er überhaupt nicht zur Sache gesprochen hat.
Sowohl Herr Engler als auch die wortführenden Studenten waren sehr müde, was man ihnen vielleicht (beiden Seiten gleichermaßen) zu gute halten muss.
Ich hatte den Eindruck, dass das Plenum (was meiner Meinung nach aus sehr unterschiedlichen Leuten bestand und nur begrenzt durch die Wortführer repräsentiert wurde) nicht an Spielchen interessiert war. Es ging nicht um “Spielchen”, Herr Engler hat es allerdings zu einem gemacht und das finde ich nicht gut.
Ich habe weder einen Hörsaal voller “Gleichgesinnte” empfunden noch gesehen, dass Basisdemokratie nicht funktioniert. (Basis)Demokratie ist immer schwer und ohne Kooperationsbereitschaft, die das Rektorat meiner Meinung nach zu schnell aufgegeben hat, unmöglich.
Vielleicht bin ich aber zu voreingenommen und habe Herrn Engler zu häufig schon zu rhetorisch erlebt, um seinem gestrigen Verhalten gerecht zu werden.
Eine Räumung ohne ernsthafte Verhandlungen mit dem SWR3-Party-Orga-Team finde ich allerdings immer noch unmöglich. (Dass nicht mit SWR3 geredet wurde, entnehme ich einem Artikel des Schwäbischen Tagblatts, welcher sich auf eine Presseerklärung des SWR beruft.)
Trotzdem fand ich gut, dass das der Rektor und die Prorektoren anwesend war!
Gruß derNarr
p. s. bevor ich mich nochmals verrechne: Ich habe 500 / 22089 gerechnet. Laut Studierendenstatistik hat die Uni im SS 2009 22089 Studierende gehabt (mit beurlaubten).
1. Die Studierendenproteste sollten im Interesse des Rektorates sein. Die Ziele der protestierenden Studierenden sind weitgehend deckungsgleich mit denen des Rektorats (Studiengebühren mal ausgenommen, wobei hier Herr Engler auch klar für ein anderes Stipendiensystem ist). Der Adressat des Protests ist vor allem auch das Land.
2. Es gab meines Wissens keine “Würzburger-Verhältnisse”. Wenn es massive Proteste und Beschwerden wegen der Besetzung des HS25 gegeben hätte, dann hätte Herr Enger dies explizit hervorbringen müssen. Dies hat er nicht gemacht.
@ Markus: Mich würde interessieren, wie du die Räumung rechtfertigst?
Aus meiner Sicht hat Rekt. Engler nur einen Grund gesucht, um die Räumung als “verständlich” und “nachvollziehbar” darzustellen. Nicht umsonst hat er sich am Ende auf sein Verbindlichkeitsargument versteift. Von Seinem mittäglichen Angebot, uns einen Alternativraum zur Verfügung zu stellen, war keine Rede mehr, nachdem für alle Anwesenden(wohl auch für Engler selbst) klar geworden war, dass der HS in der Alten Physik ein etwas lächerliches Angebot dargestellt hat (verschimmelte Decken etc.). Sein Angebot konnte somit weder ernsthaft diskutiert noch beschlossen werden. Und einen Alternativraum konnte oder wollte er uns eben auch nicht nennen.
Natürlich hat er sich aus dieser Situation auf aalige Art und Weise herausgewunden, was man ihm seiner Profession wegen auch nicht all zu hoch anzurechnen braucht. Versagt hat er m.E. in jeglicher hinsicht.
Viele Grüße an alle von diesem Bildungssystem betroffenen Studenten und Schüler. Lasst am Dienstag krachen!!!
p.s. heut morgen war einfach zu geil. war ne nette aktion.
Universität Tübingen: Kooperativ besetzter Hörsaal von Bereitschaftshundertschaft geräumt
- Rektorat vermeidet den Dialog – Der Protest geht weiter -
(dies ist keine Pressemitteilung, sondern ein subjektiver Kommentar)
Nach einer einwöchigen Besetzung des Hörsaals 25 an der Universität Tübingen, machte heute
morgen das Rektorat seine Drohung wahr und ließ den besetzten Hörsaal räumen. Die seit Anfang
der Besetzung von den Besetzern angebotenen Kooperationsverhandlungen wurden ignoriert und
mit nicht akzeptablen Vorschlägen abgespeist.
Die Besetzer zeigten sich von Anfang an kooperationsbereit. So konnten am Freitag, ein Tag nach
der Besetzung, sowohl eine Klausur der Juristen als auch eine Veranstaltung eines externen Mieters
im besetzten Hörsaal stattfinden. Die Besetzer zogen unter Betonung, dass es die einzigen
Ausnahmen bleiben, für einen Tag in HS 22. Für die darauf folgende Woche wurden Ersatz-
Hörsaalpläne ausgearbeitet, um die Veranstaltungen, die in HS 25 hätten stattfinden sollen, zu
verlegen. So konnte verhindert werden, dass fast alle Lehrveranstaltungen ausfallen mussten. Nur
bei zwei Veranstaltungen war eine Verlegung aufgrund deren großen Teilnehmerzahl nicht möglich.
Die an die Universität Tübingen gerichteten Raumänderungswünsche wurden von dieser nicht
weiter beachtet, obwohl mit dem Festsaal der Neuen Aula und der Mensa Wilhelmstraße
praktikable Alternativen vorlagen. Der Festsaal der Neuen Aula bietet mehr Menschen Platz als HS
25 und in der Mensa Wilhelmstraße sprach Joschka Fischer im Juni 2009 vor 800 Menschen. Die
Lehrveranstaltungen fielen wegen mangelnder Kooperationsbereitschaft des Rektorats aus. Die
Behauptung des Rektors, es seien sieben Veranstaltungen ausgefallen, kann klar widerlegt werden,
da wir in fünf dieser Veranstaltungen unser Anliegen vorgetragen haben.
Am gestrigen Mittwoch kündigte sich für 12.30 Uhr das Rektorat und Oberbürgermeister Palmer
bei den Besetzern an. Herr Palmer nahm den Termin jedoch nicht wahr. Dafür verlas Herr Engler
vor mehr als 120 Menschen eine Räumungsandrohung von Seiten der Universität, mit der
Begründung, der Lehrbetrieb würde durch die Besetzung massiv gestört. Die Besetzer luden das
Rektorat daraufhin für den Abend in ihr Plenum ein, um zu verhandeln. Das Rektorat nahm
erfreulicherweise die Einladung an und wurde von den rund 500 Teilnehmern des Plenums
freundlich empfangen. Nach Grußworten aus Wien und einer kurzen Darstellung der inhaltlichen
Arbeit des AK „Verbesserung des Lehramtsstudienganges“ kam es zur Diskussion über die
Räumung.
Herr Engler verlas erneut die Räumungsandrohung mit dem Ultimatum 24 Uhr und versuchte diese
erneut mit dem Ausfall der Lehrveranstaltungen zu begründen. Nachdem dies durch die Besetzer
argumentativ entkräftet werden konnte, kristallisierte sich in der Diskussion heraus, dass das
Hauptproblem nicht die Lehrveranstaltungen waren, sondern die SWR3-Partynacht. Diese sollte im
Hörsaalgebäude stattfinden, was die Besetzer jedoch ablehnten. In Anbetracht einer Vertragsstrafe
von ca. 50.000 € sah es das Rektorat für unumgänglich an, die Besetzung räumen zu lassen, um
einen reibungslosen Ablauf der SWR3-Partynacht zu ermöglichen. Alternativ-Vorschläge der
Besetzer (Clubhaus, Brechtbau, Neue Aula), wurden mit Verweis auf die Brandschutzverordnung
nicht akzeptiert. Als Vorschlag unterbreitete man den Studierenden, dass sie in den Hörsaal Alte
Physik umziehen könnten. Dieser befindet sich jedoch gerade im Umbau und ist daher kaum
geeignet, seinen Forderungen den nötigen Druck zu verleihen. Bemerkenswerterweise weist dieser
Hörsaal wegen des Umbaus erhebliche Mängel im Brandschutz auf (weniger Notausgänge). Wurde
hier mit zweierlei Maß gemessen?
Rektor Englers Einwand, auch dort könne inhaltliche Arbeit geleistet werden und die Information
nach außen getragen werden ist nicht zu widersprechen. Diese Arbeit passiert aber auch schon
zuvor in Studienkommissionen, Fakultätsräten und anderen Unigremien, ohne dass die
Studierenden etwas erreichen können. Sie sind in den Gremien eindeutig in der Unterzahl, haben
teilweise auch nur beratende Funktion. Die Besetzung hat dagegen dafür gesorgt, dass man sich
plötzlich mehr mit unseren Forderungen beschäftigt. Dennoch blieb das Rektorat bei seiner
Räumungsdrohung.
Nach Ende des Plenums zwischen 23.30 und 24 Uhr verdichteten sich die Gerüchte, dass eine
Räumung zwischen 5 und 6 Uhr bevorstehe. Man berat, wie man vorgehen werde. Ein nie in Frage
gestellter Kompromiss der Friedfertigkeit war vorhanden. Lediglich symbolische Blockaden
wurden errichtet. Damit nicht die prekär beschäftigten Putzkräfte der Universität unseren Müll
alleine wegräumen mussten, wurde der Hörsaal soweit die Zeit noch reichte aufgeräumt. Gegen 5
Uhr erschienen die ersten Zivilbeamte im Umfeld des Kupferbaus. Die Gruppe packte ihre Sachen
und setzte sich vor HS 25 in den Flur. Mit Liedern und Sprechchören stimmte man sich auf die
Dinge ein, die da kommen sollten.
Gegen 6.15 Uhr war es soweit. Eine Einsatzhundertschaft der Polizei Böblingen betrat den
Kupferbau, umstellte die Besetzer und filmte in ausuferndem Maße die anwesenden Studierenden,
ohne dass es Anzeichen für eine nicht-friedliche Beendigung der Besetzung gab. Der Leiter des
Ordnungsamtes Kaltenmark sowie Rektor Engler und Kanzler Rothfuß fanden sich ebenso ein.
Kanzler Rothfuß verlas die erste Aufforderung, zu gehen. Ein Studierender trug noch einmal die
rechtlichen Einwände vor und wies Rektor Engler darauf hin, dass er nach dem Plenum in einem
Vieraugengespräch vor laufender Kamera Straffreiheit im Falle einer Räumung versprochen hatte.
Die Aufforderung zum Gehen beinhaltete jedoch Straffreiheit nur für diejenigen, die sofort gingen.
Eine andere Sachlage war geschaffen. Dabei kritisierte Rektor Engler im Plenum abends zuvor, dass
wir unsere Meinung jeden Tag ändern würden und so keine Verhandlungsbasis geschaffen werde.
Wäre er bis zum Ende des Plenums geblieben, hätte er den Nachweis bekommen, dass seine
Meinung nicht der Wahrheit entspricht.
Nach Verlesung der zweiten Aufforderung, entschlossen sich die Studierenden, den Hörsaal zu
verlassen. Sie gingen nicht freiwillig, aber sie gingen. Friedlich. Mit einem kleinen
Demonstrationszug über die Wilhelmstraße zum Marktplatz wurde die Besetzung geräumt. Damit
endet diese Besetzung, aber nicht der Protest. Am Nachmittag werden die Studierenden sich um
13.30 vor der Neuen Aula einfinden, um weiter für bessere Bildungsbedingungen zu protestieren.
Am Dienstag, den 17.11 ist dann der bundesweite Bildungsstreik-Aktionstag. Darüber hinaus
wollen die Besetzer aktiv bleiben.
Was nach dieser Besetzung bleibt, ist die Feststellung, dass sich das Rektorat nicht annähernd so
kooperativ gezeigt hat, wie die Besetzer. Es hat weder den Dialog gesucht, noch ernsthaft sich um
das Raumproblem gekümmert, welches ebenso bei einem Ausfall der Technik entstehen würde.
Gibt es keine Alternativkonzepte? Keine Räume? – Warum nicht?
Ein Armutszeugnis für das Rektorat: Legitimen Protest zu unterbinden, trotz aller
Kooperationsbereitschaft. Und das nur, weil eine Partynacht stattfinden soll, die der Uni ein paar
läppische Euros einbringt (im Vergleich zum Gesamtetat). Ferner muss man sagen: Wenn eine
äußerst großzügige Kooperationsbereitschaft der Studierenden vom Rektorat mit einer Räumung
beantwortet wird, dann kommt eine derart große Kooperationsbereitschaft für die Zukunft nicht
mehr in Frage. Wir haben Argumente – die Uni scheinbar nur Polizei!
a.h.(l.)
Ergänzung: Herr Minister Frankenberg darf sich durch dieses Schreiben ebenso wie das Rektorat
angesprochen fühlen. Er ist ebensowenig kooperationsbereit!
PS: Es ist jetzt wichtig zu beraten, wie es konkret weitergeht. Erstmal bis Dienstag und dann darüber hinaus.
Habt Ihr Studenten endlich den Arsch hochgekriegt ! Ich muß mich schon wundern, was Ihr euch alles gefallen laßt: erst dämliche Studienbeschränkungen, dann Studiengebühren, stinkfaules, völlig überschätzes und überbezahltes Professorenpack, das sich das halbe Jahr ausruht und im Semester ab und zu mal vorbei schaut, wenn überhaupt, jedoch mit einer unübertrefflichen Arroganz und Ignoranz total bekloppte Ideologien, Theorien und Fantasien verkündet und abfragt, nicht in der Lage ist relevante Fragestellungen zu formulieren, die Miseren im Land zu analysieren, zu feige, das Maul mal aufzumachen usw. usw. “DIE ELITE” – haha ! Und davon wollt ihr noch mehr ? Noch mehr Dozenten-Schmarotzer – in digitalen Zeiten wie diesen, wo man JEDE Vorlesung übers Internet zugänglich machen könnte … Statt dass Ihr die Abschaffung des Bologna-Prozesses fordert, die ökonomisierte Verschulungsverblödung im Auftrag der Finanzeliten, fällt euch nur ein, nach kleinen Verbesserungen und Behübschungen zu rufen. Aber wahrscheinlich bin ich zu streng mit Euch, denn Ihr seid ja bereits viele Jahre Versklavungstechniken und Verblödungsattacken der Schule und der Medien ausgeliefert gewesen. Von Nichts kommt halt Nichts. WAS WOLLT IHR EIGENTLICH ? VIELLEICHT SOLLTET IHR MAL EURE VOM SYSTEM VERPASSTEN SCHEUKLAPPEN ABLEGEN !
Ja, von Nichts kommt nichts. Vom Beschimpft-Werden kommt auch nichts. Hättest du dich darauf besinnt, hättest du dir die Zeit, in der du diesen argumentlosen Text geschrieben hast, sparen und lieber was lernen können.
@ beta:
Wir sind dabei, unsere Scheuklappen abzulegen. Allerdings möchte ich meine Meinung zu deinem Beitrag äußern, indem ich darauf verweise, dass es zwar auch problematische Profs gibt, aber man doch nicht alle so über einen Kamm scheeren kann. Dass keine Zeit mehr für Diskussionen da ist, liegt unter anderem am dicht gedrängten Stoff, der in viel zu großen Seminaren behandelt wird. Ich weiß nicht, ob und wann du studiert hast, aber die Verhältnisse haben sich in den letzten 15 Jahren gravierend geändert.
Im Übrigen weise ich darauf hin, dass es ja nicht nur um die Unis geht, sondern auch um die Schulen und eigentlich auch um den Kindergarten, denn zu dem haben bisher auch nur wenige Zugang, und zwar dann, wenn sie es sich leisten können (ausgenommen: RLP)
@beta: Und dass Professoren ein faules Pack seien, ist eine schier lächerliche und undurchdachte Anschuldigung. Du solltest dir vielleicht mal das Leben eines Dozenten angucken, der Tag für Tag mit Hunderten (teilweise ebenfalls undurchdachten) E-Mails von Studenten überschüttet wird, Stunden in die Vorbereitung von Vorlesungen steckt, versucht allen Studenten irgendwie gerecht zu werden, etc. etc.
Man sollte sich dabei vielleicht mal bewusst werden, dass man nicht alle Seiten des Professoren-Berufes zu Gesicht bekommt, wenn man ihn als Student nur von außen betrachtet und ihn am Vorlesungs- und Prüfungsverhalten allein beurteilt…
Tübingen brennt!
Die ehemaligen Kupferbau-Aktivisten sind längst Teil des Tübinger Bildungsstreiks.
Die Termine des "Gesamt-Bildungsstreiks" finden sich auf der Website der Tübinger Bildungsstreik-Kampagne unter tuewas.org
Web Design Bournemouth Created by High Impact.
V.i.S.d.P.: Agathe Mulot, Kupferbau-Plenum c/o Fachschaften-Vollversammlung, Wilhelmstraße 30, 72074 Tübingen
Kontakt: siehe Impressum
November 12th, 2009 - 10:55
Sch… dass sie tatsächlich geräumt haben. Aber zur internationalen Aktionswoche sitzen wir doch wieder drin, oder? =)
*Daumen hoch*
November 12th, 2009 - 16:16
Jo war ein cooler Mittag!!!
November 12th, 2009 - 17:26
Lasst euch nicht unterbringen! Organisiert euch und führt die Bewegung auch in Tübingen und Deutschalnd weiter.
solidarische Grüße aus Wien
November 12th, 2009 - 18:55
falls es jmd interesiert.
http://www.rtf1.de/nachrichten/
http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts15806.html
November 12th, 2009 - 20:39
Ich fände es schön, wenn die AKs noch mehr von ihrer inhaltlichen Arbeit hier transparent machen könnten.
Die Leute, die die letzte Woche durchgearbeitet haben, haben definitiv eine Pause verdient und die gönne ich ihnen auch. Trotzdem fände ich es total wichtig, dass wir ganz klar zeigen, welche Arbeit von uns schon gemacht wurde!
Grüße derNarr
November 12th, 2009 - 20:43
Vielleicht kann man auf dieser Seite hier, die vom Plenum abgestimmten Ergebnisse vorstellen und für den work-in-progress auf das wiki http://wiki.ernst-bloch-uni.de/wiki/Kupferbau verweisen.
Nur als Anregung.
derNarr
November 12th, 2009 - 20:44
geht arbeiten…:)
November 12th, 2009 - 21:03
@ hans: Danke für die Links.
Wie geht es jetzt weiter? Es muss noch viel Werbung gemacht werden für die Veranstaltung am Dienstag um 16 Uhr vor der Neuen Aula -> Plakate drucken, Schulen +Unigebäude, Wohnheime und andere Orte plakatieren
November 12th, 2009 - 21:16
Also zum einen muss ich sagen, dass die Protokolle ein Armutszeugnis für die Bildung sind. Zumindest für die des Protokollanten. Da wimmelt es von Schreibfehlern, die die meisten Grundschüler nicht gemacht hätten: “persöhnlich” und “Vorderungen” sind nur zwei krasse Beispiele.
Zum anderen weiß ich immer noch nicht, ob so eine Besetzung und eine “Offline”-Demonstration heutzutage noch geeignete Mittel sind, seine Meinung in die Öffentlichkeit zu tragen. Leider ist mir bis jetzt nichts Besseres eingefallen. Aber ich denke schon die ganze Zeit darüber nach.
November 12th, 2009 - 21:23
Was ist mit der MST? Ich kenne hier oben niemanden, der irgendwas von der Besetzung mitbekommen hat…
November 12th, 2009 - 21:25
Wir haben es sogar in die 20 Uhr Tagesschau geschafft!!!! Damit kann ja wohl niemand mehr behaupten Aktionen dieser Art würden nichts bringen…
November 12th, 2009 - 22:42
Seid gegrüßt!
Es geht nicht darum , in welche Medien es man geschafft hat oder nicht ( Boris Palmer, ein ehemaliger Student der Uni sollte abschreckendes Beispiel sein), es geht um die Sache, um das Anliegen – und ob es ernst gemeint ist, oder nur ein Spaßhappening.
Nehmt euch die Grußadresse aus Wien zu Herzen ( Twitter) die besagt: ” Dann besetzt den Hörsaal doch einfach wieder”.
Ja warum nicht ? Und wenn die Bullen 20 mal räumen – das schafft Aufmerksamkeit.
Was heute wichtig in den Medien war ist nicht, dass Tübingen im Fernsehn war, sondern dass immer mehr Unis besetzt werden (gesern 18, heute 23)- auch in Würzburg.
Das sollte doch Ansporn sein!
Solidarische Grüße von nem Ex-Studi
P.S.: Die Aktion 06 auf dem Schloß war zwar o.k., eure heute im Kupferbau war besser!
Wenn man die 3 Eingänge besetzt, wäre ein großer Teil der regulären Uni besser lahmgelegt, als nur ein Hörsaal!
November 12th, 2009 - 22:43
Heißt das etwa, wir müssen Herrn Bernd E. dankbar für die Veranlassung der Räumung sein?
Ohne die hätte es die ganze Aktion nämlich nie und nimmer in die Tagesschau geschafft. (Da bin ich ziemlich sicher.)
November 12th, 2009 - 23:20
Das Verhalten einiger Studenten gestern im Plenum (vor Allem der Wortführer) gegenüber Rektor Engler war einfach peinlich. Viele, die erstmals im Plenum waren, sahen es genauso. Der Rektor war souverän und seine Argumentation war schlüssig.
Wieso mit einem unzuverlässigen Verhandlungspartner, der täglich seine Meinung ändern kann, verhandeln?
November 12th, 2009 - 23:41
Seine Argumentation war alles andere als schlüssig, mein lieber Markus. Sie mag RHETORISCH wirksam gewesen sein, weshalb du auch zweifelsohne zu dem Schluss gekommen bist, sie sei schlüssig, aber auf eine mindestens vier mal konkret formulierte Frage nicht zu antworten, falsche Zahlen in den Raum zu werfen(7 ausgefallene Vorlesungen, einfach lächerlich)und sich ständig in Zirkelschlüssen zu verlieren, erachte ich als Philosophiestudent nicht als schlüssig. Die Behauptung der Unverbindlichkeit war ein Scheinargument. Eine von 500 Leuten im PLenum entschiedene Entscheidung könnte nur THEORETISCH revidiert werden, praktisch ist das so gut wie unmöglich. Im Übrigen ist das im PLenum auch noch nie vorgekommen.
November 13th, 2009 - 00:07
Ich fand das mit Herrn Engler respektvoll und ordentlich umgegangen wurde. Jeder, der Herrn Engler schon mal länger zuhören musste, weiß, dass er sehr ungerne auf gestellte Fragen antwortet und sich mit diversen rhetorischen Kniffen die Sympathie der Zuhörer sichert.
Deswegen ist es sehr schwierig mit Herrn Engler zu reden. Man muss dazu sagen, dass Herr Engler meiner Meinung nach nicht an einem wirklichen Gespräch interessiert war. Sonst hätte er eine Abstimmung akzeptiert die Aufgrund der Größe des Plenums definitiv eine gewisse Bindung gehabt hätte.
Warum man mit einer Gruppe von Menschen verhandeln soll? Weil wir in einer Demokratie leben! Und nur weil die Studentierenden nicht so hierarchisch organisiert sind, wie zur Zeit die Universitätsleitung, heißt das nicht, dass man nicht mit diesem Verhandlungspartner verhandeln kann. Wir Studierende sind Teil dieser Universität und ich bin der Meinung, dass man mit uns Reden soll, insbesondere wenn man zur Universitätsleitung gehört. Dass aber 500 Leute (anwesende Studierende) etwas anderes sind als 5 Leute (Fakultätsvorstand, ca.), sollte allen klar sein. Was das für Entscheidungen bedeutet, überlasse ich der Phantasie des Lesers.
Gruß derNarr
p. s. einige Mögen bei 500 Leuten ein Paradoxon sehen, andere vielleicht eine Herausforderung.
p. p. s. Konkrete Antwort auf die Frage von Markus:
Der Rektor und das Rektorat sollte ernsthaft mit uns verhandeln, weil wir Studierende dieser Universität sind! Gestern waren ca. 8% der Tübinger Studierenden im HS25 um mit dem Rektor ernsthaft zu reden und er wollte nicht. Schade!
p. p. p. s. Die Ernsthaftigkeit der anwesenden Studierenden konnte man meines Erachtens gut an der Diszipliniertheit und Ruhe in den ersten zwei Stunden des Plenums ablesen!
November 13th, 2009 - 00:49
Laut Wikipedia hat die Uni Tübingen mehr als 23.000 Studenten. Wie kommst du da auf 8%?
Das Verhalten von den “Wortführern”, die, trotz zahlreicher Meldungen, überproportional oft zu Wort kamen gegenüber Engler war lächerlich. Mit Sticheleien und Quatsch (Komasaufen?) wollte man gar keinen Dialog, sondern den Rektor nur herausfordern.
Ich fands klasse, wie Engler diese ganzen Spielchen mitgespielt hat und geduldig seine Argumente wiederholt hat. Wieso sollte er auf eine Frage verbindlich antworten, wenn die Studenten täglich ihre Entscheidungen korrigieren könnten. Etwas mehr Toleranz von Seiten des Plenums wäre da nötig gewesen.
Das Plenum hat nur folgendes gezeigt: Basisdemokratie funktioniert nicht, nichtmal bei einem Hörsaal voller “Gleichgesinnter”.
November 13th, 2009 - 02:04
Es sind natürlich 2,2 bis 2,4 %. (Ich kann nicht rechnen ^^
)
Ich gebe dir Recht, dass die Gesprächsleitung nicht optimal war, sie war aber gut und besser als bei einigen Veranstaltungen die die Universität einberuft. Ich persönlich empfand auch einige Kommentare von Studierenden scheiße.
Das Verhalten von Herrn Engler habe ich allerdings auch als wenig zielführend empfunden. Vor allem am Anfang, wo er überhaupt nicht zur Sache gesprochen hat.
Sowohl Herr Engler als auch die wortführenden Studenten waren sehr müde, was man ihnen vielleicht (beiden Seiten gleichermaßen) zu gute halten muss.
Ich hatte den Eindruck, dass das Plenum (was meiner Meinung nach aus sehr unterschiedlichen Leuten bestand und nur begrenzt durch die Wortführer repräsentiert wurde) nicht an Spielchen interessiert war. Es ging nicht um “Spielchen”, Herr Engler hat es allerdings zu einem gemacht und das finde ich nicht gut.
Ich habe weder einen Hörsaal voller “Gleichgesinnte” empfunden noch gesehen, dass Basisdemokratie nicht funktioniert. (Basis)Demokratie ist immer schwer und ohne Kooperationsbereitschaft, die das Rektorat meiner Meinung nach zu schnell aufgegeben hat, unmöglich.
Vielleicht bin ich aber zu voreingenommen und habe Herrn Engler zu häufig schon zu rhetorisch erlebt, um seinem gestrigen Verhalten gerecht zu werden.
Eine Räumung ohne ernsthafte Verhandlungen mit dem SWR3-Party-Orga-Team finde ich allerdings immer noch unmöglich. (Dass nicht mit SWR3 geredet wurde, entnehme ich einem Artikel des Schwäbischen Tagblatts, welcher sich auf eine Presseerklärung des SWR beruft.)
Trotzdem fand ich gut, dass das der Rektor und die Prorektoren anwesend war!
Gruß derNarr
p. s. bevor ich mich nochmals verrechne: Ich habe 500 / 22089 gerechnet. Laut Studierendenstatistik hat die Uni im SS 2009 22089 Studierende gehabt (mit beurlaubten).
November 13th, 2009 - 02:28
Kleine Ergänzung:
1. Die Studierendenproteste sollten im Interesse des Rektorates sein. Die Ziele der protestierenden Studierenden sind weitgehend deckungsgleich mit denen des Rektorats (Studiengebühren mal ausgenommen, wobei hier Herr Engler auch klar für ein anderes Stipendiensystem ist). Der Adressat des Protests ist vor allem auch das Land.
2. Es gab meines Wissens keine “Würzburger-Verhältnisse”. Wenn es massive Proteste und Beschwerden wegen der Besetzung des HS25 gegeben hätte, dann hätte Herr Enger dies explizit hervorbringen müssen. Dies hat er nicht gemacht.
@ Markus: Mich würde interessieren, wie du die Räumung rechtfertigst?
November 13th, 2009 - 03:52
Aus meiner Sicht hat Rekt. Engler nur einen Grund gesucht, um die Räumung als “verständlich” und “nachvollziehbar” darzustellen. Nicht umsonst hat er sich am Ende auf sein Verbindlichkeitsargument versteift. Von Seinem mittäglichen Angebot, uns einen Alternativraum zur Verfügung zu stellen, war keine Rede mehr, nachdem für alle Anwesenden(wohl auch für Engler selbst) klar geworden war, dass der HS in der Alten Physik ein etwas lächerliches Angebot dargestellt hat (verschimmelte Decken etc.). Sein Angebot konnte somit weder ernsthaft diskutiert noch beschlossen werden. Und einen Alternativraum konnte oder wollte er uns eben auch nicht nennen.
Natürlich hat er sich aus dieser Situation auf aalige Art und Weise herausgewunden, was man ihm seiner Profession wegen auch nicht all zu hoch anzurechnen braucht. Versagt hat er m.E. in jeglicher hinsicht.
Viele Grüße an alle von diesem Bildungssystem betroffenen Studenten und Schüler. Lasst am Dienstag krachen!!!
p.s. heut morgen war einfach zu geil. war ne nette aktion.
November 13th, 2009 - 13:53
Universität Tübingen: Kooperativ besetzter Hörsaal von Bereitschaftshundertschaft geräumt
- Rektorat vermeidet den Dialog – Der Protest geht weiter -
(dies ist keine Pressemitteilung, sondern ein subjektiver Kommentar)
Nach einer einwöchigen Besetzung des Hörsaals 25 an der Universität Tübingen, machte heute
morgen das Rektorat seine Drohung wahr und ließ den besetzten Hörsaal räumen. Die seit Anfang
der Besetzung von den Besetzern angebotenen Kooperationsverhandlungen wurden ignoriert und
mit nicht akzeptablen Vorschlägen abgespeist.
Die Besetzer zeigten sich von Anfang an kooperationsbereit. So konnten am Freitag, ein Tag nach
der Besetzung, sowohl eine Klausur der Juristen als auch eine Veranstaltung eines externen Mieters
im besetzten Hörsaal stattfinden. Die Besetzer zogen unter Betonung, dass es die einzigen
Ausnahmen bleiben, für einen Tag in HS 22. Für die darauf folgende Woche wurden Ersatz-
Hörsaalpläne ausgearbeitet, um die Veranstaltungen, die in HS 25 hätten stattfinden sollen, zu
verlegen. So konnte verhindert werden, dass fast alle Lehrveranstaltungen ausfallen mussten. Nur
bei zwei Veranstaltungen war eine Verlegung aufgrund deren großen Teilnehmerzahl nicht möglich.
Die an die Universität Tübingen gerichteten Raumänderungswünsche wurden von dieser nicht
weiter beachtet, obwohl mit dem Festsaal der Neuen Aula und der Mensa Wilhelmstraße
praktikable Alternativen vorlagen. Der Festsaal der Neuen Aula bietet mehr Menschen Platz als HS
25 und in der Mensa Wilhelmstraße sprach Joschka Fischer im Juni 2009 vor 800 Menschen. Die
Lehrveranstaltungen fielen wegen mangelnder Kooperationsbereitschaft des Rektorats aus. Die
Behauptung des Rektors, es seien sieben Veranstaltungen ausgefallen, kann klar widerlegt werden,
da wir in fünf dieser Veranstaltungen unser Anliegen vorgetragen haben.
Am gestrigen Mittwoch kündigte sich für 12.30 Uhr das Rektorat und Oberbürgermeister Palmer
bei den Besetzern an. Herr Palmer nahm den Termin jedoch nicht wahr. Dafür verlas Herr Engler
vor mehr als 120 Menschen eine Räumungsandrohung von Seiten der Universität, mit der
Begründung, der Lehrbetrieb würde durch die Besetzung massiv gestört. Die Besetzer luden das
Rektorat daraufhin für den Abend in ihr Plenum ein, um zu verhandeln. Das Rektorat nahm
erfreulicherweise die Einladung an und wurde von den rund 500 Teilnehmern des Plenums
freundlich empfangen. Nach Grußworten aus Wien und einer kurzen Darstellung der inhaltlichen
Arbeit des AK „Verbesserung des Lehramtsstudienganges“ kam es zur Diskussion über die
Räumung.
Herr Engler verlas erneut die Räumungsandrohung mit dem Ultimatum 24 Uhr und versuchte diese
erneut mit dem Ausfall der Lehrveranstaltungen zu begründen. Nachdem dies durch die Besetzer
argumentativ entkräftet werden konnte, kristallisierte sich in der Diskussion heraus, dass das
Hauptproblem nicht die Lehrveranstaltungen waren, sondern die SWR3-Partynacht. Diese sollte im
Hörsaalgebäude stattfinden, was die Besetzer jedoch ablehnten. In Anbetracht einer Vertragsstrafe
von ca. 50.000 € sah es das Rektorat für unumgänglich an, die Besetzung räumen zu lassen, um
einen reibungslosen Ablauf der SWR3-Partynacht zu ermöglichen. Alternativ-Vorschläge der
Besetzer (Clubhaus, Brechtbau, Neue Aula), wurden mit Verweis auf die Brandschutzverordnung
nicht akzeptiert. Als Vorschlag unterbreitete man den Studierenden, dass sie in den Hörsaal Alte
Physik umziehen könnten. Dieser befindet sich jedoch gerade im Umbau und ist daher kaum
geeignet, seinen Forderungen den nötigen Druck zu verleihen. Bemerkenswerterweise weist dieser
Hörsaal wegen des Umbaus erhebliche Mängel im Brandschutz auf (weniger Notausgänge). Wurde
hier mit zweierlei Maß gemessen?
Rektor Englers Einwand, auch dort könne inhaltliche Arbeit geleistet werden und die Information
nach außen getragen werden ist nicht zu widersprechen. Diese Arbeit passiert aber auch schon
zuvor in Studienkommissionen, Fakultätsräten und anderen Unigremien, ohne dass die
Studierenden etwas erreichen können. Sie sind in den Gremien eindeutig in der Unterzahl, haben
teilweise auch nur beratende Funktion. Die Besetzung hat dagegen dafür gesorgt, dass man sich
plötzlich mehr mit unseren Forderungen beschäftigt. Dennoch blieb das Rektorat bei seiner
Räumungsdrohung.
Nach Ende des Plenums zwischen 23.30 und 24 Uhr verdichteten sich die Gerüchte, dass eine
Räumung zwischen 5 und 6 Uhr bevorstehe. Man berat, wie man vorgehen werde. Ein nie in Frage
gestellter Kompromiss der Friedfertigkeit war vorhanden. Lediglich symbolische Blockaden
wurden errichtet. Damit nicht die prekär beschäftigten Putzkräfte der Universität unseren Müll
alleine wegräumen mussten, wurde der Hörsaal soweit die Zeit noch reichte aufgeräumt. Gegen 5
Uhr erschienen die ersten Zivilbeamte im Umfeld des Kupferbaus. Die Gruppe packte ihre Sachen
und setzte sich vor HS 25 in den Flur. Mit Liedern und Sprechchören stimmte man sich auf die
Dinge ein, die da kommen sollten.
Gegen 6.15 Uhr war es soweit. Eine Einsatzhundertschaft der Polizei Böblingen betrat den
Kupferbau, umstellte die Besetzer und filmte in ausuferndem Maße die anwesenden Studierenden,
ohne dass es Anzeichen für eine nicht-friedliche Beendigung der Besetzung gab. Der Leiter des
Ordnungsamtes Kaltenmark sowie Rektor Engler und Kanzler Rothfuß fanden sich ebenso ein.
Kanzler Rothfuß verlas die erste Aufforderung, zu gehen. Ein Studierender trug noch einmal die
rechtlichen Einwände vor und wies Rektor Engler darauf hin, dass er nach dem Plenum in einem
Vieraugengespräch vor laufender Kamera Straffreiheit im Falle einer Räumung versprochen hatte.
Die Aufforderung zum Gehen beinhaltete jedoch Straffreiheit nur für diejenigen, die sofort gingen.
Eine andere Sachlage war geschaffen. Dabei kritisierte Rektor Engler im Plenum abends zuvor, dass
wir unsere Meinung jeden Tag ändern würden und so keine Verhandlungsbasis geschaffen werde.
Wäre er bis zum Ende des Plenums geblieben, hätte er den Nachweis bekommen, dass seine
Meinung nicht der Wahrheit entspricht.
Nach Verlesung der zweiten Aufforderung, entschlossen sich die Studierenden, den Hörsaal zu
verlassen. Sie gingen nicht freiwillig, aber sie gingen. Friedlich. Mit einem kleinen
Demonstrationszug über die Wilhelmstraße zum Marktplatz wurde die Besetzung geräumt. Damit
endet diese Besetzung, aber nicht der Protest. Am Nachmittag werden die Studierenden sich um
13.30 vor der Neuen Aula einfinden, um weiter für bessere Bildungsbedingungen zu protestieren.
Am Dienstag, den 17.11 ist dann der bundesweite Bildungsstreik-Aktionstag. Darüber hinaus
wollen die Besetzer aktiv bleiben.
Was nach dieser Besetzung bleibt, ist die Feststellung, dass sich das Rektorat nicht annähernd so
kooperativ gezeigt hat, wie die Besetzer. Es hat weder den Dialog gesucht, noch ernsthaft sich um
das Raumproblem gekümmert, welches ebenso bei einem Ausfall der Technik entstehen würde.
Gibt es keine Alternativkonzepte? Keine Räume? – Warum nicht?
Ein Armutszeugnis für das Rektorat: Legitimen Protest zu unterbinden, trotz aller
Kooperationsbereitschaft. Und das nur, weil eine Partynacht stattfinden soll, die der Uni ein paar
läppische Euros einbringt (im Vergleich zum Gesamtetat). Ferner muss man sagen: Wenn eine
äußerst großzügige Kooperationsbereitschaft der Studierenden vom Rektorat mit einer Räumung
beantwortet wird, dann kommt eine derart große Kooperationsbereitschaft für die Zukunft nicht
mehr in Frage. Wir haben Argumente – die Uni scheinbar nur Polizei!
a.h.(l.)
Ergänzung: Herr Minister Frankenberg darf sich durch dieses Schreiben ebenso wie das Rektorat
angesprochen fühlen. Er ist ebensowenig kooperationsbereit!
PS: Es ist jetzt wichtig zu beraten, wie es konkret weitergeht. Erstmal bis Dienstag und dann darüber hinaus.
November 13th, 2009 - 18:02
Es sind schon 50 Hochschulen in Deutschland besetzt
http://waz-online.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Studentenproteste-auf-50-Hochschulstandorte-ausgeweitet
November 13th, 2009 - 20:06
Habt Ihr Studenten endlich den Arsch hochgekriegt ! Ich muß mich schon wundern, was Ihr euch alles gefallen laßt: erst dämliche Studienbeschränkungen, dann Studiengebühren, stinkfaules, völlig überschätzes und überbezahltes Professorenpack, das sich das halbe Jahr ausruht und im Semester ab und zu mal vorbei schaut, wenn überhaupt, jedoch mit einer unübertrefflichen Arroganz und Ignoranz total bekloppte Ideologien, Theorien und Fantasien verkündet und abfragt, nicht in der Lage ist relevante Fragestellungen zu formulieren, die Miseren im Land zu analysieren, zu feige, das Maul mal aufzumachen usw. usw. “DIE ELITE” – haha ! Und davon wollt ihr noch mehr ? Noch mehr Dozenten-Schmarotzer – in digitalen Zeiten wie diesen, wo man JEDE Vorlesung übers Internet zugänglich machen könnte … Statt dass Ihr die Abschaffung des Bologna-Prozesses fordert, die ökonomisierte Verschulungsverblödung im Auftrag der Finanzeliten, fällt euch nur ein, nach kleinen Verbesserungen und Behübschungen zu rufen. Aber wahrscheinlich bin ich zu streng mit Euch, denn Ihr seid ja bereits viele Jahre Versklavungstechniken und Verblödungsattacken der Schule und der Medien ausgeliefert gewesen. Von Nichts kommt halt Nichts. WAS WOLLT IHR EIGENTLICH ? VIELLEICHT SOLLTET IHR MAL EURE VOM SYSTEM VERPASSTEN SCHEUKLAPPEN ABLEGEN !
November 13th, 2009 - 23:55
@ beta
Ja, von Nichts kommt nichts. Vom Beschimpft-Werden kommt auch nichts. Hättest du dich darauf besinnt, hättest du dir die Zeit, in der du diesen argumentlosen Text geschrieben hast, sparen und lieber was lernen können.
November 14th, 2009 - 09:56
@ beta:
Wir sind dabei, unsere Scheuklappen abzulegen. Allerdings möchte ich meine Meinung zu deinem Beitrag äußern, indem ich darauf verweise, dass es zwar auch problematische Profs gibt, aber man doch nicht alle so über einen Kamm scheeren kann. Dass keine Zeit mehr für Diskussionen da ist, liegt unter anderem am dicht gedrängten Stoff, der in viel zu großen Seminaren behandelt wird. Ich weiß nicht, ob und wann du studiert hast, aber die Verhältnisse haben sich in den letzten 15 Jahren gravierend geändert.
Im Übrigen weise ich darauf hin, dass es ja nicht nur um die Unis geht, sondern auch um die Schulen und eigentlich auch um den Kindergarten, denn zu dem haben bisher auch nur wenige Zugang, und zwar dann, wenn sie es sich leisten können (ausgenommen: RLP)
November 14th, 2009 - 12:49
@beta: Und dass Professoren ein faules Pack seien, ist eine schier lächerliche und undurchdachte Anschuldigung. Du solltest dir vielleicht mal das Leben eines Dozenten angucken, der Tag für Tag mit Hunderten (teilweise ebenfalls undurchdachten) E-Mails von Studenten überschüttet wird, Stunden in die Vorbereitung von Vorlesungen steckt, versucht allen Studenten irgendwie gerecht zu werden, etc. etc.
Man sollte sich dabei vielleicht mal bewusst werden, dass man nicht alle Seiten des Professoren-Berufes zu Gesicht bekommt, wenn man ihn als Student nur von außen betrachtet und ihn am Vorlesungs- und Prüfungsverhalten allein beurteilt…